Eilmeldung

Sie lesen gerade:

US-Orientierung hin zum Westpazifik


USA

US-Orientierung hin zum Westpazifik

Unter Obama haben die USA begonnen, sich strategisch vom Atlantik weg und zum Westpazifik hin zu orientieren. Elf Tage nimmt sich Außenministerin Hillary Clinton Zeit für Gespräche in dieser Region. Und das mitten im Wahlkampf!
In den vier Jahren, seit die frühere First Lady Außenministerin wurde, ist Chinas Wirtschaftskraft und damit auch der weltpolitische Einfluß Pekings unaufhörlich gewachsen. Darauf müssen die USA eine Antwort finden. Hillary Clinton versuchte es mit den Worten: “Die USA wollen sich nicht in regionale Territorialkonflikte einmischen, die sollten die Länder der Region in Zusammenarbeit selber lösen, ohne Drohungen, ohne Gewalt”. Im Außenministerium in Peking hörte man das wohl, aber möglicherweise fehlte der Glaube, denn ein Außenamtssprrecher antwortete der US-Außenministerin: “Wir haben zur Kenntnis genommen, dass die USA zum Thema südchinesisches Meer keine Position beziehen wollen. Wir hoffen, sie bleiben dabei und tuen mehr für Frieden und Stabililität – und keinesfalls das Gegenteil!”
Eine Insel der international “Paracel” genannte Inselgruppe in Vietnams 200-Seemeilen-Zone im südchinesischen Meer wurde jüngst demonstrativ zum chinesischen Verwaltungsgebiet ernannt.
Gestützt auf seine wachsende Wirtschaftskraft erhebt Peking mittlerweile Gebietsansprüche
gegenüber den ASEAN-Mitgliedern Vietnam, Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan. Bei all diesen Ansprüchen geht es um Fischreichtum, um die strategisch wichtigen internationalen Schiffsrouten und vor allem um Öl- und Gasvorkommen im Meeresboden. Auch zwischen China und Japan besteht ein solcher Streit um die Inseln, die chinesisch Diaoyu heissen und japanisch Senkaku.
In Sachen Handel sind die beiden größten Volkswirtschaften der Erde ganz zwangsläufig aneinander geraten. Die Außenhandelsbilanz China – USA verschiebt sich stetig zu Chinas Gunsten. Die Entwicklung aus dem Vorjahr hat sich im ersten Halbjahr 2012 eindeutig zum Nachteil der USA fortgesetzt. Alle Vorwürfe, mit Subventionen und einer künstlich niedrig gehaltenen Währung neue Handelsbarrieren zu errichten, prallen an Pekings Verantwortlichen ab. Die Folgen dieser agressiven chinesischen Außenhandelspolitik hat inzwischen auch die vor Jahren so hoffnungsvoll gestartete deutsche Solarindustrie zu spüren bekommen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Amerikas Demokraten vor ihrem Wahlparteitag