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Regierung und Guerilla am Verhandlungstisch

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Regierung und Guerilla am Verhandlungstisch

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In Kolumbien startet ein neuer Anlauf, den längsten südamerikanischen Konflikt zu beenden: Die Regierung in Bogotà bestätigte die Aufnahme von Friedensgesprächen mit den linksgerichteten FARC-Rebellen. Die Gespräche sollen in der ersten Oktoberhälfte in Norwegen beginnen und danach in Kuba fortgeführt werden.

Es ist bereits der vierte Versuch, den Konflikt in Kolumbien zu beenden. “Diese Initiative ist anders, weil wir keine Gebiete abgeben und militärische Operationen fortsetzen,” erklärte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos in Bogotà. “Die Gesprächen finden außerhalb von Kolumbien statt. Es gibt kein unbegrenztes Zeitfenster für Verhandlungen.”

So wurden gestern bei zwei Militäreinsätzen zehn FARC-Mitglieder getötet.

Bei früheren Friedensinitiativen nutzten die Rebellen die Kampfpause während der Verhandlungen, um ihre Macht weiter auszubauen. So übergab die kolumbianische Regierung 1999 der FARC ein Gebiet in der Größe der Schweiz. Dort setzte die Guerilla die Ausbildung ihrer Kämpfer fort und baute Gefängnisse sowie Landebahnen für Drogentransporte.

Bislang kostete der Konflikt in Kolumbien 200.000 Menschen das Leben.