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Analphabetismus in Europa

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Analphabetismus in Europa

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Analphabetismus in Europa? Es gibt ihn! Weil an diesem Samstag der Weltbildungstag begangen wird, soll an dieser Stelle daran erinnert werden. In der Gruppe der Fünfzehnjährigen fehlen einem von fünf Jugendlichen grundlegende Kenntnisse beim Lesen und Schreiben. Dies geht aus Erhebungen der EU-Kommission hervor. Fachleute schlugen individuelle Hilfe an den Schulen sowie einen besseren Zugang zu Bibliotheken vor. Die belgische Vereinigung “Lire et ecrire” bietet zwar Lehrgänge zur Verbesserung der Lese- und Schreibfähigkeit an, zugleich aber weiß man, dass die Ansprüche inzwischen viel höher sind. “Das bedeutet, dass die Menschen heute durch den technologischen Fortschritt ausgeschlossen werden können. Immer öfter muss man sich an den Coputer setzen, um Bankangelegenheiten zu regeln, um eine Eisenbahnfahrkarte zu kaufen oder um etwas einzukaufen”, so eine der Helferinnen. “Selbst das Lesen und Schreiben ist inzwischen in Lebensbereichen notwendig, wo es das vor einem Jahrzehnt noch nicht war.” Denis lebt im belgischen Lüttich, wo er in den vergangene drei Jahren an einem solchen Lehrgang teilgenommen und ihn erfolgreich abgeschlossen hat. Ein Unfall zwang ihn, seinen Beruf als Anstreicher aufzugeben. Das gab ihm den Anstoß, den Lehrgang aufzunehmen.
“Ich tat so, als könne ich lesen und schreiben und gebrauchte Notlügen. Ich sagte, dass ich das Papier daheim lesen würde”, erzählt Denis. “Bei Behördengängen täuschte ich vor, meine Brille vergessen zu haben oder am rechten Arm verletzt zu sein. Heute fühle ich mich wie wiedergeboren, ich bin nun wie alle anderen.”