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Alpenmord: Bruder stellt sich als Zeuge

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Alpenmord: Bruder stellt sich als Zeuge

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Der brutale Mord an drei britischen Touristen in den französischen Alpen gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Am Tatort wurden 25 Patronenhülsen gefunden. Viel deutet auf gedungene Profikiller hin. Das Hauptopfer ist ein 50-jähriger Ingenieur, der mit seinen Eltern in den 70er-Jahren aus dem Irak geflohen war, nachdem sein Vater dort in Ungnade gefallen war. Er arbeitete für ein britisches Raumfahrtunternehmen. Im Golfkrieg wurde er von Geheimdiensten überwacht.

Der ermittelnde Staatsanwalt wies britische Medienberichte über einen Erbstreit als Motiv zurück: “Ich kann bestätigen, dass Saad al-Hilli eines der Opfer ist. Seine Familie war bei ihm. Als wir die Tochter fragten, sagte sie, sie war mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrer Schwester zusammen und nannte ihre Namen. Während des Überfalls saß sie zwischen ihrer Mutter und der älteren Frau und versteckte sich unter ihrer toten Mutter. Weil es Berichte über einen Streit mit dem Bruder gibt, ist der nicht der Verdächtige Nummer Eins”, erklärte Staatsanwalt Eric Maillaud am Freitag im französischen Annecy.

Neben den drei Familienmitgliedern war auch ein französischer Radfahrer, der zufällig an dem Parkplatz vorbeikam, regelrecht “exekutiert” worden. Jedes der drei Opfer aus der britischen Familie sei durch zwei gezielte Schüsse in die Stirn getötet worden, berichtete der britische Nachrichtensender Sender SkyNews unter Berufung auf britische Polizeiquellen. Die Leiche des französischen Radfahrers weise fünf Schusswunden auf.

Die vierjährige Tochter, die von der Polizei befragt wurde, war erst nach acht Stunden entdeckt worden, weil die Polizei das Eintreffen der Spurensicherung aus Paris abwartete. Ihre schwer verletzte siebenjährige Schwester wurde in ein künstliches Koma versetzt. Von ihr erhofen sich die Ermittler konkrete Angaben zu dem Täter. Die beiden werden von bewaffneten Polizisten in verschiedenen Krankenhäusern bewacht.

Die britische Familie lebte im Londoner Vorort Claygate in der Grafschaft Surrey. Nachbarn erzählten, die Familie sei überstürzt in den Urlaub aufgebrochen. der verdächtige Bruder hat sich bei der Polizei gemeldet und beteuert seine Unschuld.