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EZB-Chef Draghi, der König von Europa

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EZB-Chef Draghi, der König von Europa

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Nie war die Europäische Zentralbank mit Mario Draghi an ihrer Spitze so einflussreich wie heute. Die Entscheidung künftig unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten anzukaufen, lässt Europa durchatmen. Die schwankenden Euro-Staaten feiern den Chef der EZB als Super Mario.

Der Ökonom Daniel Gros begrüßte die Entschlossenheit der Notenbank: “Die EZB hat genau das Richtige getan. Sie hat gesagt, die Verantwortung für eine Entscheidung, ob man Ländern helfen soll oder nicht, liegt bei den Finanzministern, also bei dem Europäischen Rettungsmechanismus, dem zukünftigen ESM. Wenn die europäischen Finanzminister entscheiden, dass einem Land geholfen werden soll, sind wir da, um mit Liquidität zu helfen. Das ist genau die Aufgabe der Zentralbank – nicht mehr, aber auch nicht weniger.”

Kritiker werfen der EZB vor, sie entlasse die Regierungen der Krisenländer aus der Verantwortung, weil diese nun nicht mehr sparen müssten. Zudem riskiere die Institution mit ihren Anleihenkäufen eine Geldentwertung, also eine Inflation.

Gros erklärte: “Im Grunde genommen hat die Europäische Zentralbank keine neue Entscheidung getroffen. Sie hat nur bekräftigt und mit Einzelheiten ausgestattet, was Herr Draghi schon vorher angekündigt hatte. Man sieht, dass das Ganze doch ein sehr überzeugendes Paket ist, und ich glaube auch, deshalb haben die Märkte sehr positiv reagiert”

Der deutsche Leitindex Dax schloss erstmals seit Anfang August 2011 über 7200 Punkten. Und die Risikoaufschläge für Staatsanleihen schuldengeplagter Länder wie Spanien und Italien sanken weiter.