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Pakistanische "Gotteslästerin" auf Kaution frei

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Pakistanische "Gotteslästerin" auf Kaution frei

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Die in Pakistan wegen Gotteslästerung angeklagte junge Christin wird auf Kaution freigelassen. Dies hat ein Gericht in Islamabad am Freitag entschieden. Die Sicherheitsleistung beträgt 1 Million Rupien (8340 Euro). Am Wochenende war der Imam festgenommen worden, der das möglicherweise geistig behinderte Mädchen angezeigt hatte. Ihm wird vorgeworfen, Beweismittel gefälscht zu haben. Er soll verbrannte Koran-Seiten in ihre Tasche gesteckt haben, um sie zu belasten. Der Geistliche weist das zurück.

Nach ihrer Freilassung sollen die junge Christin und ihre Familie unter Polizeischutz gestellt werden. Das Mädchen war Mitte August in einem Armenviertel in der Hauptstadt Islamabad verhaftet worden. Ein Nachbar hatte angezeigt, er habe gesehen, wie sie Seiten eines Koran-Lehrbuches zusammen mit weiterem Müll in einer Tüte verbrannt habe.

In dem Armenviertel leben Christen Tür an Tür mit Muslimen. Seit geraumer Zeit schwelt dort ein Streit, weil einige Muslime verlangen, die Christen sollten verschwinden. Sie werfen den Christen vor. während der islamischen Gebetszeiten oft laute Musik zu hören.

Die Verbrennung von Koranversen wird in Pakistan mit bis zu lebenslanger Haft geahndet.