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Irakisches Todesurteil schürt Angst vor Gewalt

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Irakisches Todesurteil schürt Angst vor Gewalt

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Nach dem Todesurteil gegen den ehemaligen Vizepräsidenten Tariq al-Haschemi wächst im Irak die Angst vor weiterer Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten.

Ein Gericht in Bagdad hatte den sunnitischen Politiker al-Haschemi der Organisation von Todesschwadronen und des mehrfachen Mordes schuldig gesprochen. Kritiker glauben an eine Intrige des schiitischen Ministerpräsidenten al-Maliki.

“Sollte es sich dabei um eine freie Entscheidung des Gerichts handeln”, so ein Passant in Bagdad, “dann ist es ein mutiges Urteil und ich begrüße das. Nicht aber, wenn es ein parteiisches, politisch motiviertes Urteil ist. Für Mord und Terrorismus hat al-Haschemi zwar den Tod verdient. Aber da sind doch so viele andere verurteilte Kriminelle in hohen Ämtern, im Irak und anderswo.”

Al-Haschemi ist in die Türkei geflohen. Seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe.

Unterdessen erschüttert eine Serie von Anschlägen das Land, erstmals auch in rein schiitischen Gebieten im Süden. Im Bagdader Stadtteil Sadr City wurden bei der Detonation einer Autobombe 12 Menschen getötet.