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Frankreichs Innenminister will weiter Roma abschieben

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Frankreichs Innenminister will weiter Roma abschieben

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In der Roma-Frage bleibt Frankreichs Innenminister hart: Er will illegale Roma weiter abschieben, bekräftigte Manuel Valls bei seiner Rumänien-Reise, bei der er auch eine Roma-Gemeinde besuchte. Tags zuvor hatte er mit der rumänischen Regierung ein Abkommen geschlossen, mit dessen Hilfe binnen zwei Jahren rund 80 Roma-Familien freiwillig nach Rumänien zurückkehren sollen.

“Frankreich hat eine klare Politik: Wir räumen illegale Lager, wir bringen die Menschen zurück an die Grenze, wir kämpfen gegen Organisiertes Verbrechen und gleichzeitig bemühen wir uns, die Leute in Frankreich zu integrieren. Aber diese Bemühungen müssen auch hier, und zuallererst hier unternommen werden”, erklärte Valls vor Vertretern der Gemeinde in Campia Turzii bei Bukarest.

Über schlechte Lebensbedingungen und schwierigen Zugang zur Arbeit klagen die Heimkehrer dort.
“Das Einzige, das sie von uns verlangen, ist, zu arbeiten, um unsere Kinder zu ernähren. Aber das können wir nicht – in diesem Haus leben 26 Personen, es gibt nicht einmal Strom, und keinen Platz zum Arbeiten”, klagt ein Bewohner.

Mit einem international unterstützten Förderprojekt versucht die Gemeinde, mehr Roma-Kinder in die Schule zu bringen. Frankreich versprach an diesem Donnerstag einen Beitrag von 10.000 Euro.

Die 300 Euro Hilfe von Frankreich für diejenigen, die bisher freiwillig nach Rumänien zurückkehrten, seien nicht mehr als Reisekasse, klagen die Betroffenen. Wegen seiner Abschiebepraxis und Räumung von Roma-Lagern war Frankreich auch international in die Kritik geraten.