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Papst Benedikt XVI. im Land der Zedern

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Papst Benedikt XVI. im Land der Zedern

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Papst Benedikt XVI. besucht an diesem Wochenende den unruhigen Libanon. Mehr als 10.000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz, um die Sicherheit des 85-Jährigen und der Gläubigen zu garantieren. Das katholische Oberhaupt kündigte an, es komme im Zeichen des Friedens.

Nach seiner Ankunft wird Papst Benedikt XVI. die Sankt-Paul-Basilika in Harissa besichtigen.

Im Libanon gibt es 13 christliche Konfessionen. Der Papst wird sie vermutlich zu mehr Einigkeit aufrufen, da immer mehr Christen die Region verlassen.

Marwan Tabet, Organisator des Papst-Besuches, ist schon gespannt auf die Rede des Pontifex: “Ich bin mir sicher, dass er sich Sorgen macht, um die Christen und das Christentum in Syrien und um die Christen in der gesamten Region. Aus diesem Grund wird ein Teil seiner Nachricht an die Muslimen in der Region und die Regime gerichtet sein. Können Sie sich einen Nahen Osten ohne Christen vorstellen? Was für einen Meinung vertreten Sie diesbezüglich?”

Der Libanon ist laut seiner Verfassung ein multikonfessioneller Staat. Knapp 40 Prozent der gut vier Millionen Einwohnern sind Christen. Die etwas mehr als 60 Prozent der Muslime spalten sich in zwei Gemeinschaften auf, die der Sunniten und die der Schiiten.

Die Mehrheit der religiösen Vertreter begrüßt den Besuch des Papstes. Am Sonntag soll er sich mit ihnen treffen. Laut Ali Fadlallah, einem schiitischen Geistlichen, ist der Zeitpunkt gut gewählt: “Der Besuch hebt hervor, dass das Zusammenleben der Christen und der Muslime sehr wichtig ist und erhöht die Chancen, dass dies auch gelingt. Und das benötigen wir derzeit angesichts der Angst vor Unfrieden in unserer Region.”

Nur die radikalen Salafisten sind gegen den Besuch von Benedikt XVI.. Der Geistliche Omar Bakri Fostock erklärte: “Der Papst ist in unserem Land nicht willkommen. Der Papst hat meine Religion beschimpft und meinen geliebten Propheten Mohammed – Gott sei mit ihm – in einer öffentlichen Rede beschimpft, als er sagte, der Islam sei der Ruf des Bösen und nicht der Menschheit angemessen und Mohammed habe den Islam gewaltsam verbreitet.”

Im Libanon ist der Besuch von Papst Johannes Paul II 1997 unvergessen. Beim Freiluftgottesdienst am Sonntag wird sich zeigen, ob auch Papst Benedikt XVI. die Gläubigen von ihren Stühlen reißen kann.