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Christen im Nahen Osten

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Christen im Nahen Osten

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Mit seiner Reise in den Libanon verbindet Papst Benedikt XVI. eine Botschaft der Hoffnung an die Christen im Nahen Osten. Dies vor dem Hintergrund wachsender Probleme und Bedrohungen, die immer mehr Christen aus dieser unruhigen Region vertreiben. Sein Besuch gilt dem Libanon, wo die Christen – obwohl in der Minderheit – durch einen Verfassungskompromiß an der Staatsführung beteiligt sind. Um das katholische Kirchenoberhaupt zu treffen, reisen Christen aus der ganzen Region an. Der palästinensische Bischof Elias Chakkour betont: “Wir sind gern in den Libanon gekommen. Wegen der Gastfreundschaft der Libanesen und um Seine Heiligkeit, den Papst, zu begrüßen. Wir sind eine Gruppe von Priestern aus Haifa und aus dem ´heiligen Land´.”

Ähnlich äußert sich der jordanische Priester Soheil Khoury. Für ihn hat der Papstbesuch eine große Bedeutung für Libanon und den gesamten Nahen Osten, den er mit Hoffnung beleben werde.
Im Libanon gibt es 13 christiliche Konfessionen, von denen sechs mit Rom uniert sind.

Einflußreichste Gemeinschaft unter den libanesischen Katholiken sind die Maroniten.
Ihr gegenwärtiger Patriarch ist gleichzeitig Kardinal.

Bürgerkrieg, Libanonkrieg von 2006 und das Aufflammen des islamischen Extremismus haben in den vergangenen Jahren immer mehr Christen dazu gebracht, ihre Koffer zu packen. In der gesamten Nahostregion leben derzeit zwischen 13 und 15 Millionen Menschen. Im Libanon machen die 1,6 Millionen Christen 35% der Bevölkerung aus.
1932 waren es noch 51%. In Syrien beträgt der christliche Bevölkerungsanteil 15%, in Ägypten 10%. Die Angaben für den Irak – 1,5 Millionen –
gleich 5 % – stammen aus dem Jahr 2003.

Seit der US-Invasion in jenem Jahr wurden im Irak Christen verstärkt zur Zielscheibe des Hasses islamistischer Fanatiker. Rund 2000 Christen wurden seither ermordet, mehr als fünfhunderttausend haben das Land verlassen.
Genaue Zahlen gibt es nicht.

Ein ähnliches Szenario zeichnet sich in Syrien ab.
Weil die Christen sich zumeist mit dem Assad-Regime arrangiert hatten, sind sie jetzt Verfolgungen durch die Assad-Gegner ausgesetzt.
Aus der Stadt Homs sind seit März 2011 rund 90% der christlichen Bewohner geflohen oder vertrieben worden.