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Streit über Außenpolitik: Arabische Proteste beeinflussen US-Präsidentschaftswahlkampf

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Streit über Außenpolitik: Arabische Proteste beeinflussen US-Präsidentschaftswahlkampf

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Die Proteste in der arabischen Welt sind zum Topthema im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf geworden. Der republikanische Kandidat Mitt Romney hatte US-Präsident Barack Obama nach den Angriffen auf das US-Konsulat in Libyen und die Botschaft in Kairo vorschnell kritisiert. Er warf dem Präsidenten Mitgefühl mit den Angreifern vor, statt die Attacken zu verurteilen. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück. Obama bezeichnete Romney als Politiker, der “erst schießt, dann zielt”.

Welche Folgen das für den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf hat, dazu sagte der republikanische Analyst Aaron David Miller vom “Woodrow Wilson Center”: “Mitt Romney ist gezwungen zu reagieren. Er besitzt nicht alle Informationen, er ist unter Druck. Er versucht mit einem außenpolitischen Thema zu punkten und zu zeigen, Obama ist nicht kompetent und bislang gescheitert. Aber Romneys Leute haben ihn hängen lassen. Der Präsident hat dagegen all die Vorteile: Er ist vernünftig, handelt angemessen und würdevoll und er hat die Macht. All das nutzt Obama.

Das der Romney-Vorstoß ein Fehler war, dieser Ansicht sind beide Parteien. Im Gespräch mit dem Euronews-Korrespondenten meint der demokratische Analyst Michael O`Hanlon von der Brookings Institution: “Wenn es jemanden schadet, dann Romney. Er wirkt nun genau so, wie ihn Obama beschrieb: Als einer der sich zu schnell zu Wort meldet, wenn die Nation zusammenrücken sollte.”

Nach Ansicht des Analysten haben sich insgesamt die Beziehungen der USA zur arabischen Welt verschlechtert. “Die Islamische Welt ist nicht mehr begeistert von Obama.”, so O`Hanlon. “Seine Popularitätswerte dort sind vergleichbar mit denen von George Bush. Und viele Strategien, die auf dieser Popularität basierten, sind nicht so aufgegangen, wie gewünscht.”

Zur weiteren entwicklung sagte O`Hanlon: “Ich denke nicht, dass es in nächster Zeit weitere Krawalle geben wird. Aber die Situation schadet beiden Kandidaten im Wahlkampf.”