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Demonstranten fordern: "Russland ohne Putin"

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Demonstranten fordern: "Russland ohne Putin"

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Zehntausende Menschen in Russland haben erneut gegen Kremlchef Wladimir Putin protestiert. Der Opposition gelang es nach eigenen Angaben 100.000 Demonstranten zu mobilisieren. Die russische Polizei will hingegen 14.000 Teilnehmer gezählt haben. Es ist bereits der dritte große Protestmarsch seit dem umstrittenen Wahlsieg der Partei Vereintes Russland.

Der frühere stellvertretende Ministerpräsident Boris Nemtsov erklärte, er sage “Nein” zu Verbrechern und Dieben. Er werde alles unternehmen, um die Unterdrückung zu stoppen und sei gekommen, um neue, ehrliche Wahlen einzufordern. Die Opposition werde in jedem Fall gewinnen. Denn es seien so viele – obwohl man sie einschüchtere, aber ohne Erfolg.

Erst an diesem Freitag hatte die Staatsduma einen Delegierten und erklärten Putin-Gegner rausgeworfen. Gegen Gennady Gudkow wird offiziell wegen illegaler Nebengeschäfte ermittelt. Dieser gab sich siegessicher: “Die Regierung hat große Angst. Sie pendelt zwischen Unterdrückung und Einschmeichelung bei der Öffentlichkeit. Wir werden solange Druck ausüben, bis ernsthafe Gespräche beginnen.”

Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung am späten Abend nahm die Polizei einen der Oppositionsführer, Sergej Udalzow, fest. Die Beschuldigung: Er habe zum illegalen Protestmarsch aufgerufen und den Verkehr behindert. Auch einige Anhänger wurden abgeführt.

Doch nicht nur die Unterdrückung schwächt die Opposition. Sie ist politisch in Kommunisten, Liberale und Nationalisten gespalten. Zwar fordern alle Teilnehmer ein “Russland ohne Putin”, doch das auf zwei von einander getrennten Protestmärschen.