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Portugal: Zehntausende gegen Sparpolitik und Geldgebertroika

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Portugal: Zehntausende gegen Sparpolitik und Geldgebertroika

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Zehntausende Portugiesen haben landesweit erneut gegen die Sparpolitik ihrer Regierung protestiert. Für Zorn sorgt immer noch vor allem, dass die Beiträge zur Sozialversicherung drastisch steigen sollen – was im Jahr ungefähr ein Monatsgehalt weniger ausmacht.

“Die Regierung hat alle Versprechen gebrochen”, sagt einer der Demonstranten; “und es sind immer die gleichen, die die Opfer bringen. Heute ist hoffentlich der erste Schritt, um das zu ändern.”

Die Wut der Demonstranten richtet sich aber auch gegen Portugals Geldgeber – die EU, die Europäische Zentralbank und den Weltwährungsfonds. Vor dem Sitz des Währungsfonds in der Hauptstadt Lissabon flogen Tomaten und Böller.

Dabei hatte diese sogenannte Troika der Geldgeber dem Land gerade erst einen Aufschub gewährt, weil Portugal das Sparziel für dieses Jahr nicht erreicht. Viele Portugiesen sehen nun aber, nach diesem Aufschub, erst recht keine Notwendigkeit mehr, die Sozialabgaben derart zu erhöhen.

Das allgemeine Klima in Portugal ist trostlos: Die Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordniveau, und die oppositionellen Sozialisten wollen die Sparmaßnahmen nicht mehr mittragen und verweigern sich dem Haushalt für das nächste Jahr. Auch in den Regierungsparteien gibt es deswegen Spannungen.