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Diplomatischer Rückzug der USA aus der Arabischen Welt

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Diplomatischer Rückzug der USA aus der Arabischen Welt

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Nach gewaltsamen Angriffen auf die US-Botschaften in Tunesien und dem Sudan ziehen die Vereinigten Staaten bis auf eine Notbesetzung alles Personal aus den dortigen Vertretungen ab. Zugleich warnte das US-Außenministerium am Samstag vor “Reisen nach Tunesien zum jetzigen Zeitpunkt” und der “anhaltend kritischen” Lage im Sudan. Die libysche Regierung sieht keinen Zusammenhang zwischen Empörung über das Schmähvideo gegen den Propheten Mohamed und den Angriffen auf das US-Konsulat in Bengasi:

“Machen Sie verantwortlich, wen Sie wollen, Al Kaida oder sonstjemand, das war die Tat einer rachsüchtigen Gruppe. Sie hat nach einem Zeitpunkt, einer Technik und Opfern gesucht. Das Video gab es schon seit sechs Monaten. Das taugt nicht als Entschuldigung”, erklärte der neue libysche Parlamentspräsident Mohammed Al-Magarieff.

Im Jemen verstärkten die USA ihre Militärpräsenz zum Schutz ihrer Botschaftsgebäude. Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel lobte die Tötung des US-Botschafters in Libyen und rief dazu auf, die US-Diplomaten aus den muslimischen Nationen zu vertreiben.

Die USA rechnen nicht mit einer raschen Beruhigung der Lage. Das Weiße Haus gehe davon aus, dass die gewaltsamen Proteste zu einer “anhaltenden Krise mit unvorhersehbaren diplomatischen und politischen Konsequenzen” führen könnten. Eine Folge könnte sein, dass die USA ihre diplomatische Präsenz in der Region vermindern, schreibt die “New York Times”.