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Aleppo: Die Ohnmacht der Ärzte

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Aleppo: Die Ohnmacht der Ärzte

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Täglich Bombenangriffe, Häuserkampf, jeder Weg durch die Stadt bedeutet Lebensgefahr. In Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo, früher mal Wirtschaftsmetropole und Kulturhauptstadt des Islam, herrscht Ausnahmezustand. Wer von den 2,5 Millionen Einwohnern noch nicht geflohen ist, leidet. Auch unter Versorgungsmängeln.

Im Krankenhaus Al Chifa – dem “Krankenhaus der freien Menschen” erklärt der Arzt Osman Osman, dass es in der Stadt mit 6 Millionen Menschen im Großraum nur 30 Krankenhausbetten für Kinder gibt – in der Universitätsklinik.

Osman Osman, Notarzt, über ein eingeliefertes Baby:

“Das Kind leidet unter Durchfall und Unterernährung, es gibt nicht genug Milch für Babys.”

Das Krankenhaus hat acht Stockwerke. Wegen der Luftangriffe werden nur die beiden unteren genutzt. Hier bekommen Verletzte eine Erstversorgung, bevor sie weiterverteilt werden.

Das ist hier Alltag: Ein verletzter Aufständischer stirbt den Ärzten unter den Händen weg…

Krankenschwester Oum Ahmed:

“Verflucht. das sollte den Kindern von Assad auch passieren.”

Mustafa Abou Faycal (28), Rebellenkämpfer:

“Für jeden Märtyrer stirbt, kommen 100 Kämpfer um ihn zu ersetzen – entschlossen, treu und vereint.”

Und zu allem die Angst vor Giftgas. Die Armee soll nach Informationen des SPIEGEL in der Wüste nahe Aleppo Waffen getestet haben, Trägersysteme für Giftgasgranaten. Syrien zähle nach Expertenmeinung zu den Staaten mit den weltweit größten Beständen an einsatzbereiten Giftgasen.

Farouk Atig, euronews:

“Auch wenn ihre Feuerkraft begrenzt ist und die Angriffe der syrischen Armee intensiver werden, verteidigen die Rebellen weiter ihre Positionen in Aleppo – ein gnadenloser Kampf, der Tag für Tag viele Zivilisten das Leben kostet.”

Mit Farouk Atig und François Berthaud