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Sabra und Schatila 1982 - der erste Völkermord nach dem II. Weltkrieg

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Sabra und Schatila 1982 - der erste Völkermord nach dem II. Weltkrieg

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Genau 30 Jahre ist das Grauen her, das angesichts aktueller Gewaltausbrüche fast in Vergessenheit zu geraten droht. Vom 16. bis zum 18. September 1982 richteten christliche libanesische Milizen in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila im libanesischen Beirut ein Massaker an.
Von den Vereinten Nationen als erster Völkermord nach dem II. Weltkrieg beurteilt. Ermordet wurden vor allem Zivilisten, zwischen 700 und 3000. Genaue Zahlen gibt es nicht.
Die israelische Armee unter Verteidigungsminister Ariel Scharon bekämpfte die bewaffneten Palästinenser seit Juni 1982 auf libanesischem Boden und fügte ihnen eine schwere Niederlage zu.
Anlaß für das Massaker war Scharons Behauptung, zwischen den Zivilisten in den Lagern hätten sich 2000 palästinensische “Terroristen” versteckt.
Aufgeheizt wurden die Konflikte durch den Mord an Baschir Gemayel, dem kurz zuvor zum libanesischen Präsidenten gewählten führenden Politiker der christlichen Maroniten. Am 14. September war eine Bombe im Hauptquartier seiner Partei explodiert.
Verdächtigt wurden sofort die Palästinenser, die durch den israelischen Libanonkrieg eben eine schwere militärische Niederlage erlitten hatten.
Das Massaker – ein Racheakt? Ganz aufgeklärt wurden die Zusammenhänge nie. Fakt ist, die israelische Armee riegelte die Palästinenserlager ab, und beleuchtete den Mördern die Szene aus der Luft. Und dann folge eine “Nacht der langen Messer”. Es wurde leise getötet, so dass die internationale Öffentlichkeit erst nach drei Tagen aufmerksam wurde.
Bei den Kampfhandlungen war es vorrangig um einen Konflikt zwischen christlichen Milizen und palästinensischen Kämpfern gegangen.
Israel hat inzwischen zumindest indirekt eine Mitverantwortung eingeräumt. Den Opfern wurde inzwischen diese Gedenkstätte gewidmet und der 17. September als offizieller Gedenktag.