Eilmeldung

Eilmeldung

Harte Linie gegen harte Drinks aus Tschechien

Sie lesen gerade:

Harte Linie gegen harte Drinks aus Tschechien

Schriftgrösse Aa Aa

Hochprozentige Getränke dürfen in Tschechien seit Freitag nicht mehr verkauft werden. Trotzdem vergiften sich weiter Menschen mit gepanschtem Alkohol, inzwischen auch in Polen und der Slowakei. Nach mindestens 19 tödlichen Vergiftungsfällen hatte Tschechien die Notbremse gezogen. Knapp zwei Dutzend Verdächtige wurden in Tschechien festgenommen. Insider schätzen den Marktanteil der Schwarzbrenner auf 20 Prozent.

Leos Heger, Tschechischer Gesundheitsminister:

“Wir haben 19 bestätigte Tote durch Methanol. Vier Verdachtsfälle werden im Moment untersucht.”

In Polen dürfen seit Sonntag keine tschechischen Hochprozenter mehr vertrieben werden. Hier waren in den vergangenen zwei Wochen fünf Menschen an giftigem Fusel gestorben.

Marek Posobkiewicz, Polens Leitender Gesundheitsinspektor:

“Unsere Aufgabe ist es, unsere Bürger vor Vergiftung zu schützen. Deshalb habe ich beschlossen, den Handel mit Alkoholika ab 20 Prozent aus der Tschechischen Republik auszusetzen.”

Auch in der Slowakei wurden erste Vergiftungsfälle bekannt. Für eine private Geburtstagsfeier in Kapusany hatte ein Slowake nach Medienberichten zehn Liter Schnaps per Internet in Tschechien bestellt.

Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt vor gepanschten Spirituosen aus Tschechien, auch Litauer sollen nichts Hochprozentiges mehr trinken, von dem sie nicht genau wissen, wo es herkommt.

Mit Reuters, AFP, dpa