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Inselstreit bedroht Handel zwischen China und Japan

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Inselstreit bedroht Handel zwischen China und Japan

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In China sind die bisher größten japanfeindlichen Proteste abgehalten worden, seit der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer neu entbrannte. Viele Demonstranten riefen zum Boykott japanischer Waren auf, während in den chinesischen Staatsmedien Wirtschaftssanktionen gefordert wurden.

Eine bedrohliche Entwicklung, fürchten Experten. “Die Reaktion der Börsen, also die Kursverluste japanischer Aktien, sind eine vorrübergehende Sache”, so die Marktanalystin Frances Cheung von Credit Agricole CIB. “Aber die Auswirkungen auf den Im- und Export könnten erheblich sein.”

Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern beträgt 260 Milliarden Euro. Unter einem Handelskrieg würde vor allem Japan leiden, denn China ist mit Abstand sein größter Exportmarkt.

Die Schließung von japanischen Fabriken in China sei auf Dauer nicht ratsam, so Peter So, Head of Research bei CCB International: “Es ist in Japans Interesse, Produktionsanlagen in China zu unterhalten, um das dortige Nachfragepotenzial auszuschöpfen. Ich denke, mittelfristig wird Japan jede Gelegenheit ergreifen, um in China wieder zu expandieren.”

Derweil eskaliert der Inselstreit weiter. Laut der japanischen Küstenwache sind chinesische Schiffe nahe der Inselgruppe in Gewässer vorgedrungen, die Japan als sein Hoheitsgebiet betrachtet.