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Empörung über Folter in georgischem Gefängnis hält an

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Empörung über Folter in georgischem Gefängnis hält an

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Die Bilder von Misshandlungen von Häftlingen in einem Gefängnis in Tiflis haben für große Empörung in Georgien gesorgt. Es hatte schon länger Gerüchte über die unmenschlichen Zustände in georgischen Gefängnissen gegeben. Die Filmaufnahmen bestätigten nun die Befürchtungen. Die Angehörigen der Inhaftierten machen sich jetzt große Sorgen um ihre Familienmitglieder.

Die verzweifelte Mutter eines Häftlings sagt unter Tränen: “Ich ertrage das nicht mehr, ich bin gestern zusammengebrochen. Ich habe nicht gewusst, dass solche Dinge im Gefängnis passieren. Zumindest habe ich nicht daran geglaubt.”

12 Wärter der Haftanstalt sind im Zusammenhang mit der Tat inzwischen festgenommen worden. Die zuständige Justizministerin war nach Erscheinen des Videos zurückgetreten. Präsident Michail Saakashwili betonte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden und kündigte an, den Vorfall bis ins kleinste Detail aufklären zu wollen. Die Proteste aufgebrachter Bürger in den Straßen von Tiflis gingen jedoch unvermindert weiter. Für die Regierung kommt dieser Vorfall zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Am 1. Oktober stehen in Georgien Parlamentswahlen an. Auch deshalb halten sich Gerüchte, wonach Anhänger der Opposition die beteiligten Wärter für die Tat bezahlt haben sollen.