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Marikana arbeitet, Rustenburg streikt

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Marikana arbeitet, Rustenburg streikt

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Nach einem sechswöchigen Streik haben die meisten Bergleute der südafrikanischen Marikana-Platingrube am Donnerstag ihre Arbeit wieder aufgenommen. Am Dienstag hatten sie sich mit der Betreiberfirma Lonmin auf eine Lohnerhöhung zwischen 11 und 22 Prozent geeinigt. Bei schweren Zusammenstößen mit der Polizei waren im Laufe des Streiks insgesamt 46 Menschen getötet worden.

Der südafrikanische Volkswirt Goolam Ballim (Standard Bank Group) glaubt, dass Marikana weitreichende Konsequenzen auf Arbeitsbedingungen und Lohnpolitik in Südafrika haben wird. Er erläutert: “Ich denke, dass in Südafrika, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt, die Unternehmen massiv umdenken müssen, was ihre bisherige Verteilung beziehungsweise eher die nicht stattfindende Verteilung von Gewinn angeht.”

Die für Marikana ausgehandelte Lohnerhöhung gilt nicht für andere Minen. In einer nahegelegen Platingrube in Rustenburg kam es daher erneut zu Demonstrationen. Nach Angaben der Gewerkschaft wurde ein Bergmann von einem Polizeifahrzeug überfahren und getötet. Die Polizei löste die Proteste mit Tränengas und Gummigeschossen auf.