Eilmeldung

Eilmeldung

Urteil im Fall "Erika" erwartet

Sie lesen gerade:

Urteil im Fall "Erika" erwartet

Schriftgrösse Aa Aa

Es war eine der schlimmsten Ölkatastrophen Frankreichs. 1999 sank der Tanker Erika vor der französischen Westküste. 200.000 Tonnen Öl liefen aus. Das höchste französische Gericht entscheidet heute, ob der Energiekonzern Total für diese Katastrophe verantwortlich gemacht werden durfte.
Total und der Generalanwalt glauben das nicht, weil das Schiff außerhalb der französischen Territorialgewässer sank. Der Anwalt der Lokalbehörde, Patrice Spinosi, misst der Entscheidung des Gerichts eine hohe Bedeutung bei:

“Konkret gesprochen wäre das eine sehr gravierende Entscheidung. Denn sie würde signalisieren, dass für solch ein Disaster, wie das der Erika, wenn es außerhalb der Territorialgewässer geschieht, niemand verantwortlich gemacht werden könnte. Auch nicht Total.”

2008 war Total von einem Gericht verurteilt worden und zahlte daraufhin knapp 400 Millionen Euro für die Reinigung der Küsten. Die Katastrophe kostete
zehntausende Seevögel das Leben. Tierschützer schätzen, dass sogar mehrere hunderttausend Tiere verendeten. Das Unglück der Erika sorgte dafür, dass schärfere Regeln in Bezug auf die Routen der Öltanker eingeführt wurden. Außerdem wurde die Zeit begrenzt, die ein solches Schiff in Dienst gestellt werden darf.