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Frankreichs Handball-Meister unter Manipulationsverdacht

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Frankreichs Handball-Meister unter Manipulationsverdacht

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Der französische Handball-Meister Montpellier AHB steht im Mittelpunkt von Untersuchungen eines vermeintlichen Wettskandals. Der Club soll am Ende der vergangenen Saison ein Ligaspiel absichtlich verloren haben, um Verwandten und Freunden Wettgewinne von bis 250 000 Euro zu ermöglichen. Der Wettanbieter Francaise des Jeux meldete ungewöhnlich hohe Einsätze, die auf das betreffende Spiel gegen den abstiegsbedrohten Club Cesson Rennes Métropole HB platziert wurden. Die Gegner wollen von einem vermeintlich freiwillig verlorenen Spiel des zum seinerzeit bereits als Meister feststehenden Teams aus Montpellier nichts bemerkt haben:

“Auf dem Feld hatte man nicht den Eindruck, dass es sich um eine absichtliche Niederlage handeln könnte. Es ging zur Sache, so dass ich Ihnen sagen kann, dass diejenigen, die auf dem Feld standen, ein echtes Match gespielt haben”, sagt Mathieu Lanfranchi, Spieler von Cesson Rennes.

Das Starensemble mit zahlreichen Olympiasiegern, darunter dem früheren Kieler Nikola Karabatic, galt bisher als Mustermannschaft. Die Fans in Montpellier reagierten schockiert:

“Haben die das wirklich nötig, wenn man bedenkt, dass sie ihren Erfolg und ihr Prestige auf diese Weise aufs Spiel setzen?”, fragt sich ein Zuschauer. Ein anderer meint: “Das sind Vorbilder, auf dem Feld und auch außerhalb. Es sind etliche französische Nationalspieler dabei, und man muss nur mal bedenken, was für ein Beispiel sie damit anderen geben.”

Auf jeden Fall ein schlechtes. Ermittelt wird derzeit gegen acht Spieler. Ihnen drohen Geldbußen und Freiheitsstrafen, sollte sich der Verdacht bewahrheiten.