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EU-Parlament will Spekulationen an den Rohstoffbörsen einschränken

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EU-Parlament will Spekulationen an den Rohstoffbörsen einschränken

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Mehrere regierungsunabhängige Organisationen haben das Europaparlament aufgefordert, sich gegen steigende Getreidepreise und Spekulationen an den Rohstoffbörsen einzusetzen. Aktivisten überreichten in Brüssel eine Liste mit mehr als 100.000 Unterschriften. An den internationalen Börsen steigen seit Monaten die Preise für Weizen, Mais und Reis. Ursachen dafür sind Missernten sowie Spekulation. “Geheime Absprachen, wie sie zur Zeit stattfinden, sollten nicht mehr möglich sein”, so Anne van Schaik von der Organisation Friends of Earth Europe. “Die Regulierungsbehörden müssen täglich über die echten Daten verfügen. Wir müssen sicherstellen, dass Spekulanten weniger Einfluss nehmen können.” Der Wirtschaftsausschuss des Parlaments stimmte einer Novelle der EU-Finanzrichtlinie zu. Die Richtlinie mit dem Kürzel Mifid umfasst auch Pläne, um an der Börse riskante Spekulationen zu verhindern. “In den USA wird an einer Regulierung gearbeitet, in Asien hingegen gibt es wenig Interesse daran”, so der Europaparlamentarier Markus Ferber. “Ich hoffe, dass Europa ein Zeichen dafür setzen kann, dass wir unser Versprechen halten.” “Dem Ausschuss liegen mehr als 2 000 Änderungsvorschläge vor”, ergänzt unsere Korrespondentin Isabel Marques da Silva. “Es ist nicht leicht, einen Konsens zu finden. Auch muss der Europäische Rat zustimmen.”