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Neuer Libor soll Manipulationen trotzen

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Neuer Libor soll Manipulationen trotzen

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Nach Manipulationen bei der Festsetzung des im
internationalen Finanzverkehr wichtigen Libor-Zinssatzes, soll das System nun komplett neu aufgestellt werden.

Das kündigte Martin Wheatley von der staatlichen britischen Bankenaufsicht FSA in London an:

“Die Öffentlichkeit hat das Vertrauen in die Banken, in die Finanzen, in das ganze System verloren. Wir müssen das Referenzsinssystem jetzt wieder zu dem machen, was es eigentlich sein sollte”, so Wheatley.

Händlern der britischen Großbank Barclays waren Manipulationen am Liborsatz nachgewiesen worden. Die Bank musste 290 Millionen Pfund Strafe an die Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien zahlen.

Überlegungen, wonach der Libor-Satz als Referenzzins völlig abgeschafft und durch ein neues System ersetzt werden könnte, wurden jedoch verworfen. Künftig sollen mehr Banken als
bisher an dem Zins-Ermittlungsverfahren beteiligt werden, um Manipulationen zu erschweren.

Der Libor-Zinssatz gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Als Referenzzins hat er aber auch enorme
Bedeutung für die Finanzmärkte.

Der aktuelle Satz wird täglich am Finanzplatz London ermittelt, in dem bis zu 16 Banken ihr geschätzten Sätze an eine Zentrale geben. Der Mittelwert – bereinigt um die jeweiligen Extreme – gibt den Libor an. Den Vorschlägen zufolge sollen künftig statt Schätzungen die tatsächlichen Sätze herangezogen werden.