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Kräftemessen bei den Vereinten Nationen

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Kräftemessen bei den Vereinten Nationen

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Auf den Vorstoß des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gegen sein Atomprogramm hat der Iran mit einem Vorwurf reagiert.

Die Regierung in Teheran beschuldigte Israel indirekt der Sabotage seiner Atomanlagen. Vor den Vereinten Nationen erklärte Irans Außenminister Ali Akbar Salehi: “Die Herstellung von Atomenergie liegt in der Verantwortung eines jeden Staates. Der Weltsicherheitsrat sollte aufhören, diese Themen zu benutzen, um sich als gesetzgebende Körperschaft aufzuspielen. Stattdessen sollte er seine Pflichten ausführen und seine Autorität einsetzen, um gegen die Staaten vorzugehen, die Cyberangriffe ausführen, die friedliche Atomanlagen sabotieren und die Nuklearwissenschaftler anderer Staaten töten.”

Vor der Wahl im November vergrößerte Netanjahu zuletzt den Druck auf den amerikanischen Präsidenten, Teheran ein Ultimatum zu setzen. Doch Barack Obama lehnt dies ab. Dennoch sehen einige politische Beobachter eine Kehrtwende in der amerikanischen Außenpolitik voraus, wie Charles Kupchan, Professor an der Georgetown Universität: “Obama hat deutlich gemacht, dass der Iran als Atommacht nicht zu akzeptieren ist. Gibt es in kürze kein Abkommen über das iranische Atomwaffenprogramm, dann wird ein Militärschlag der Vereinigten Staaten Ende 2012/Anfang 2013 immer wahrscheinlicher.”

Angesichts der Drohgebährden der letzten Wochen bereiten sich in Israel derzeit mehr und mehr Menschen auf einen möglichen Militärschlag vor.