Eilmeldung

Eilmeldung

Georgiens Opposition im Endspurt

Sie lesen gerade:

Georgiens Opposition im Endspurt

Schriftgrösse Aa Aa

Vor der Parlamentswahl hat die Opposition in Georgien eine Massenkundgebung abgehalten. Etwa 200.000 Regierungsgegner demonstrierten in Tiflis für einen Machtwechsel. Zahlreiche Menschen trugen blaue T-Shirts der Bewegung “Georgischer Traum”. Diese fordert an diesem Montag die Partei des Präsidenten Michail Saakaschwili heraus.

Der Oppositionsführer und Milliardär Bidsina Iwanischwili zeigte sich siegessicher, obwohl er in den Meinungsumfragen hinter der Partei den Präsidenten liegt. Er begründete, “alle Menschen stehen hinter uns, alle ethnischen Minderheiten: Aserbaidschaner, Armenier und Juden. Das ist ein gutes Beispiel, um der ganzen Welt zu zeigen, dass unsere Nation eine wirkliche Demokratie und Erfolg verdient.”

Die Stimmung in Georgien ist stark aufgeheizt durch einen Folterskandal. Fernsehsender hatten vor knapp zwei Wochen über Gefängniswärter berichtet, die Häftlinge schlagen und missbrauchen. Der zuständige Minister Giorgi Tughushi erklärte: “Die georgische Polizei hat früher systematisch gefoltert, das ist aber nicht mehr der Fall. Nichtsdestotrotz wurden Gefängnisse lange vernachlässigt, man dachte, dort sei es ruhig. Dort gebe es vielleicht einige Probleme, aber nichts Schwerwiegendes.”

Iwanischwili versuchte vor der Wahl, den Skandal für sich zu nutzen. Laut Meinungsumfragen führt zwar die Partei des Präsidenten, doch knapp die Hälfte der Befragten hat sich noch nicht festgelegt.