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Berufungsverhandlung für "Pussy Riot"-Mitglieder gleich wieder vertagt

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Berufungsverhandlung für "Pussy Riot"-Mitglieder gleich wieder vertagt

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In Moskau ist die Berufungsverhandlung der “Pussy Riot”-Sängerinnen kurz nach Beginn auf den 10. Oktober vertagt worden. Das Gericht gab dem Antrag einer der drei inhaftierten Frauen statt, ihre Verteidigung auszutauschen, weil sie nicht mehr mit der Position ihrer Anwältin übereinstimme. Die Richter haben zu entscheiden, ob die Verurteilung der Frauen zu je zwei Jahren Lagerhaft wegen eines Punk-Spektakels in einer Moskauer Kirche rechtens war. Die Verteidigung rechnet nicht mit einer Umwandlung in einen Freispruch, aber mit einer milderen Strafe.

Vor dem Gericht demonstrierten Unterstützer der Sängerinnen, die Polizei zog um das Gebäude ein Großaufgebot zusammen. Die Kritiker halten das Urteil für politisch motiviert.

Die Sängerinnen waren nach ihrem Punk-Gebet gegen Wladimir Putin wegen Rowdytums aus religiösem Hass verurteilt worden. Die Forderung der orthodoxen Kirche nach Buße wies ein Verteidiger zurück: Die Frauen hätten stets klargemacht, dass es eine politische Performance gewesen sei. Bei Gläubigen, die sich durch die
Aktion beleidigt fühlten, hätten sie sich bereits
entschuldigt.