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Mangelnde Umverteilung behindert Georgiens Wirtschaft

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Mangelnde Umverteilung behindert Georgiens Wirtschaft

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Die Georgier sorgen sich nicht nur um Menschenrechtsverletzungen und eine zunehmend autoritäre Regierung, sondern vor allem um die Wirtschaftspolitik. Präsident Saakashwili hat die Korruption massiv verringert und erhält gute Noten von der Weltbank, aber die Inflationsrate in Georgien ist hoch und die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent.

“Die Menschen haben zu geringe Einkommen”, sagt der Analyst Paata Scheschelidze, “oder gar keine Arbeit und zu wenig soziale Absicherung. In der politischen Auseinandersetzung geht es darum, dass die Umverteilung nur wenigen zu Gute kam.”

Der Krieg gegen Russland 2008 hat Georgiens Wirtschaft schwer geschadet. Mittlerweile wächst sie wieder, aber viele sind weiter unzufrieden: “Ich will, dass jeder einen Job hat”, sagt eine Ärztin in der Hauptstadt Tiflis, “besonders die jungen Menschen. Und es muss medizinische Versorgung für alle geben.”

Georgiens Handelsbilanz mit der EU, den USA und Russland bleibt negativ und Präsident Sakaaschwilis liberale Wirtschaftspolitik scheint festgefahren zu sein, vor allem aufgrund externer Faktoren. “Auf makro-ökonomischer Ebene verzeichnet Georgien Wachstum”, so der Euronews-Reporter Sergio Cantone. “Doch es fehlt an einer effektiven Umverteilung der Ressourcen. Besonders im sozialen Bereich gibt es Mängel. Für diese Misstände gibt es zwei Ursachen — das russische Einfuhrverbot für georgische Produkte und das fehlende Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union.”