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Spanien vor der Entscheidung über Hilfen

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Spanien vor der Entscheidung über Hilfen

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Braucht Spanien in der Finanzkrise nun Hilfe oder nicht? Die nächsten Tage bringen nach Ansicht vieler
Fachleute die Entscheidung.

Der zuständige EU-Kommissar Olli Rehn ist zu Gesprächen in Madrid und versichert, die Union sei zum Helfen bereit – wenn sie denn gefragt werde.

Bisher will die spanische Regierung um jeden Preis vermeiden, dass sie als Bittsteller auftreten und peinliche Auflagen hinnehmen muss.

Dazu hat sie gerade erst für nächstes Jahr ein neues
Milliardensparpaket gepackt. Streiks und Kundgebungen sind deswegen an der Tagesordnung.

Allerdings braucht Spanien auf jeden Fall Milliardenhilfen für seine angeschlagenen Banken. Dieses Geld gibt es ohne Auflagen, aber es erhöht wiederum die Schulden.

Schon jetzt ist deswegen klar: Staatsdefizit und Verschuldung werden dieses und nächstes Jahr höher ausfallen als bisher geplant – ein weiterer Rückschlag für die Schuldenbekämpfer, nachdem Spaniens strenge Sparziele schon einmal gelockert worden waren.

Schlechte Nachrichten drohen nun auch von der Bewertungsagentur Moody’s: Sie bewertet Spaniens Zahlungsfähigkeit schon jetzt nur noch eine Stufe über dem gefürchteten Ramsch-Niveau.

Der letzte Schritt könnte jeden Tag folgen: Dann wären spanische Schulden nur noch etwas für Spekulanten, jede weitere Schuldenaufnahme praktisch unmöglich, die Flucht unter den Eurorettungsschirm dann wohl die Folge.