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Offenbar Vergeltungsanschlag nach Einnahme von Kismayo

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Offenbar Vergeltungsanschlag nach Einnahme von Kismayo

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Nach der Einnahme der strategisch wichtigen Hafenstadt Kismayo in Südsomalia hat die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz dort nach eigenen Angaben einen Anschlag verübt. Die Nachrichtenagenturen meldeten eine Explosion in einem Gebäude der Sicherheitskräfte. Tags zuvor hatten Soldaten der somalischen Armee und der Afrikanischen Union die Kontrolle über Kismayo übernommen. Die Schabaab beherrschen weiter große Teile Süd- und Zentralsomalias.
 
“Wir wissen, wo sie sich befinden, können es aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen”, erklärte der somalische Verteidigungsminister Hussein Arab Isse, “einige haben sich unter die Bevölkerung gemischt und so versucht, unterzutauchen. Wir nutzen die Polizei in Kismayo und deren geheimdienstliche Informationen, um sie zu enttarnen.“ 
 
Für die Rebellen bedeutet der Verlust der Hafenstadt, die sie fünf Jahre lang kontrollierten, einen empfindlichen Verlust an Einnahmen durch Hafensteuern und Exporterlöse sowie weniger Waffennachschub über den Seeweg. Sie haben sich laut kenianischen Medien in die umliegenden Dörfer und vegetationsreichen Gebiete zurückgezogen und drohen mit einem Guerillakrieg. Nach dem Ende der Al-Schabaab-Herrschaft in der Stadt fürchten Anwohner und Regierung aber neue Machtkämpfe unter den verschiedenen Clans in Kismayo.