Eilmeldung

Eilmeldung

Griechisches Parlament untersucht Steuersünder-Fall

Sie lesen gerade:

Griechisches Parlament untersucht Steuersünder-Fall

Schriftgrösse Aa Aa

Vor dem Hintergrund der griechischen Finanzkrise schlägt der Fall des USB-Sticks mit Steuersünder-Daten hohe Wellen. Ein parlamentarischer Ausschuss soll nun versuchen, Klarheit zu schaffen. Auf dem USB-Stick befinden sich die Daten von rund 2000 mutmaßlichen griechischen Steuerhinterziehern, die ihr Geld auf Schweizer Bankkonten einzahlten. “Wir haben eine Ebene erreicht, die für eine Zivilgesellschaft nicht mehr tragbar ist”, sagt Konstantinos Konstantinos Bakouris von “Transparency International Hellas”. “Das sehen wir in vielen Bereichen, wir sehen das auch bei der alltäglichen Korruption und Bestechung, die wir fakelaki nennen und die nicht zurückgeht.”

Tatsächlich will Athen wegen des dringenden Geldbedarfs hart gegen Steuersünder vorgehen und den Fall des USB-Sticks so schnell wie möglich verfolgen. Das ist auch nötig, meint die EU-Abgeordnete Marieta Giannakou: “Die Aufklärung solcher Fälle ist die Grundlage dafür, dass wir Schritte setzen, um uns aus der derzeitigen Lage zu befreien. Andernfalls gibt es für uns keinen Ausweg mehr.”

2010 übergab die französische Regierung den fraglichen USB-Stick offenbar zunächst dem griechischen Finanzminister, der sie dann an die Steuerfahndung in Athen weiterleitete. Dort habe man von den Daten jedoch keinen Gebrauch gemacht, heißt es, da sie nicht aus legalen Quellen stammten. Die griechische Presse spekuliert bereits, dass in Wahrheit Steuerhinterziehung vertuscht werden sollte.