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"Kein Krieg": Türkisches Parlament billigt Militäreinsatz in Syrien

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"Kein Krieg": Türkisches Parlament billigt Militäreinsatz in Syrien

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Nach dem tödlichen Granatenangriff aus Syrien hat das türkische Parlament bei einer Dringlichkeitssitzung einen Militäreinsatz im Nachbarland gebilligt. Gegen Stimmen aus der
Opposition votierte die Mehrheit für einen Antrag der Regierung, der ein Jahr lang Einsätze in Syrien genehmigt. Eine ähnliche Regelung erlaubte bereits türkische Armeeeinsätze gegen die PKK in Nordirak.

Aus Angst vor einem Krieg demonstrierten einige Türken vor dem Parlamentsgebäude in Ankara, während drinnen debattiert wurde. Die Polizei antwortete mit Tränengas.

Laut Umfragen sind 60 bis 70 Prozent der türkischen Bevölkerung gegen einen Einmarsch in Syrien – sie wurden aber vor dem Angriff befragt.

Die türkische Armee setzte ihre Vergeltungsschläge auf das syrische Grenzgebiet, aus dem der Angriff kam, fort. Dabei starben laut Medienberichten bis zum Nachmittag mehr als dreißig Menschen.

Die Türkei will aber keinen Krieg mit dem Nachbarland beginnen, wie mehrere ranghohe Regierungsmitglieder versicherten. Sie hatte nach dem Vorfall NATO und UNO eingeschaltet. Die Einsatz-Genehmigung des Parlaments sei kein Freibrief, sondern diene der Abschreckung.

Bei dem Granateneinschlag im türkischen Grenzdorf Akcakale waren am Mittwoch eine Mutter und ihre vier Kinder getötet worden. Das Dorf befindet sich gegenüber dem syrischen Grenzposten Tell Abjad, an dem die syrische Armee und Aufständische sich jüngst Gefechte lieferten.
Der syrische Informationsminister hatte nach dem Granatenangriff eine Untersuchung angekündigt und den Türken sein Beileid ausgedrückt.