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Neuinszenierung "American Lulu" in Berlin

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Neuinszenierung "American Lulu" in Berlin

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Mit einer gewagten Neuinszenierung sorgt die Komische Oper für Schlagzeilen im Berliner Kulturherbst. Alban Bergs Opernfragment “Lulu” nach Dramen von Frank Wedekind wurde von der Österreicherin Olga Neuwirth einer Neukomposition unterzogen. Auch die Handlung wurde verlegt, ins von Rassenunruhen geschüttelte Amerika der Fünfzigerjahre. Neuwirth faszinierte nicht nur die Geschichte der von den Nazis verunglimpften Oper. “Das andere ist, dass ich eben gefunden habe, dass diese Frauenfigur von einem männlichen Blick betrachtet wird . Das Ende habe ich immer sehr albern gefunden, dass einfach der Lustmörder kommt und nach all den Irrungen und Wirrungen alle Protagonisten, und natürlich hauptsächlich Lulu, abschlachtet.”
Neuwirth hat das Libretto umgeschrieben und erzählt die Geschichte aus der Perspektive der von der Männerwelt verachteten Heldin. Ihre “American Lulu” wird von Marisol Motalvo interpretiert, die US-Sängerin übernahm die Titelpartie bereits in einer Inszenierung an der Pariser Oper. Inszeniert wurde “American Lulu” vom russischen Filmemacher und Theaterregisseur Kirill Sesebrennikov, er hat auch das Bühnenbild gestaltet.
Unsicher war die Uraufführung der Oper bis zuletzt wegen eines Urheberrechtsstreit. Der Videokünstler Stan Douglas, der 2008 gemeinsam mit Olga Neuwirth an einem neuen Lulu-Projekt gearbeitet hatte, zog seinen Gerichtsantrag jedoch in letzter Minute zurück