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Schiff für Abtreibungen hat Marokko erreicht

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Schiff für Abtreibungen hat Marokko erreicht

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Ein niederländisches Schiff für Abtreibungen ist entgegen dem Verbot nun doch in Marokko. An Bord sollen Marokkanerinnen Schwangerschaftsabbrüche ermöglicht werden, die in dem islamischen Land selbst illegal sind. Reiche Frauen finden allerdings auch so eine Möglichkeit, ärmere müssen sich mit gefährlicheren Methoden behelfen.

Hinter der Idee mit dem Schiff steht die
niederländische Gruppe “Women on Waves”, “Frauen
auf Wellen”. Nach ihren Angaben liegt es schon seit ein paar Tagen in einem marokkanischen Bootshafen – nahe dem größeren Hafen Smir, den es offiziell heute anlaufen wollte, der deshalb aber gesperrt worden ist.

Das Schiff nimmt bei seinen Einsätzen Frauen an Bord; die Eingriffe selbst finden dann vor der Küste statt, in internationalen Gewässern. Den Betreibern zufolge geht es um Abtreibungen per Medikament, bis zur sechsten Schwangerschaftswoche. Unbekannt ist, ob nun schon Marokkanerinnen das Angebot genutzt haben.

Jeden Tag gebe es in Marokko sechs- bis achthundert Abtreibungen, sagt Ibtissame Lachgar, eine Frauenrechtlerin, die sich für den Besuch des Schiffs eingesetzt hat. Die Folgen einer heimlichen Abtreibung seien dramatisch – seelisch und körperlich, bis hin zum Tod. Man wolle, dass Abtreibung legalisiert werde.

Ähnliche Aktionen gab es in den letzten Jahren auch
schon in den katholischen Ländern Irland, Polen und
Spanien. In Portugal durfte das Schiff 2004 aber ebenfalls schon nicht einlaufen.