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Sicherheitslücken in Europas Kernkraftwerken

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Sicherheitslücken in Europas Kernkraftwerken

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Fast alle Kernkraftwerke Europas haben Sicherheitslücken. Zwar müssen sie nicht geschlossen, doch sie müssten nachgerüstet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Experten, die sämtliche Anlagen geprüft haben. Die EU hatte die Tests als Reaktion auf das Unglück vom vergangenen Jahr im japanischen Fukushima gestartet. Der in Brüssel vorgelegte Bericht bemängelt unter anderem, dass deutsche Betreiber die internationalen Leitlinien für schwere Unfälle nicht umgesetzt haben. “Auf den Bericht und die Kreuze habe ich nicht eingewirkt. Es gab von mir keinerlei Aussage, hier müsse ein Kreuz hinein, hier müsse es raus. Und da hat auch keine Regierung und kein Kernkraftwerkbetreiber eingewirkt”, verteidigte EU-Kommissar Günther Oettinger die Unabhängigkeit des Berichts. Jean-Pol Poncelet vom Verband der europäischen Nuklearindustrie sagt, die Industrie habe die Pflicht, Sicherheitsvorschriften umzusetzen und wolle nicht in einen politischen Konflikt zwischen den Mitgliedsstaaten, den für die Sicherheit zuständigen Behörden und der Kommission hineingezogen werden. Die Nachrüstung der aktiven Meiler in Europa würde 10 bis 25 Milliarden Euro kosten. Die grüne Europaabgeordnete Michèle Rivasi geht davon aus, dass die Betreiber die Kosten dafür an die Kunden weiterreichen werden: “100 bis 200 Millionen Euro pro Meiler, um zu verhindern, dass es in Frankreich zu einem Fall Fukushima kommt. Der Preis für Atomstrom wird steigen und bezahlen werden ihn die Verbraucher.” Mit den Ergebnissen des Berichts werden sich die Staats- und Regierungschefs der EU bei ihrem Gipfeltreffen in diesem Monat befassen.