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Venezuela vor einem Machtwechsel?

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Venezuela vor einem Machtwechsel?

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Hugo Chavez ist seit 14 Jahren an der Macht und würde dort auch gern noch länger bleiben.

Möglich macht das eine Verfassungsänderung von 2009. Damals ließ er die Beschränkung aufheben, dass ein Präsident nur zwei Mandate ausüben kann.

Er zeigt sich gern als Kreuzfahrer der Anti-Kapitalisten. Neben seinem Charisma punktet er mit massiven Staatsleistungen für die Armen, finanziert durch den Ölreichtum des Landes.

Chavez ist 58 Jahre alt. Seit Herausforderer erst 40. Henrique Capriles Radonski ist Gouverneur des Bundesstaates Miranda.

Der Jurist hat versprochen, die staatsgelenkte Wirtschaft durch ein neues Gleichgewicht zwischen Sozialhilfe und freiem Unternehmertum zu ersetzen.

Capriles vermied während des Wahlkampfes die direkte Konfrontation mit dem Amtsinhaber.

Doch bei seiner letzten Kundgebung fragte er die Menschen, wieviele Probleme Venezuelas Chavez tatsächlich gelöst habe.

Im Land gibt es mehr und mehr soziale Unterschiede. Verstaatlichungen haben den privaten Sektor geschwächt.

Gesetze finden selten Anwendung, Millionen Waffen haben Venezuela gefährlicher als manches Kriegsgebiet gemacht.

Das Land hat reiche Ölvorkommen, die es voll ausschöpft. Die Produktion wird auf drei Millionen Barrel täglich beziffert. Die Reserven werden auf etwa 3 Milliarden Barrel geschätzt. Damit liegt der OPEC-Staat Venezuela noch vor Saudi-Arabien. Das nationale Einkommen Venezuelas basiert zu 90 Prozent auf Öl.

Die Staatsverschuldung explodierte unter Chavez. Als er zum ersten Mal gewählt wurde, lag sie bei 37 Milliarden, vergangenes Jahr waren es 95 Milliarden Dollar.

Trotzdem: Das Wachstum hat zugelegt, die Arbeitslosigkeit ging um mehr als die Hälfte zurück und die Armut nahm ab.

Chavez gab zuletzt zu, Fehler gemacht zu haben. Wie die zu große Abhängigkeit Venezuelas vom Öl, die er in einer nächsten Amtszeit verringern will.

Bleiben Spekulationen um seinen Gesundheitszustand. Seit Juni 2011 wurden ihm in drei Operationen Krebstumore entfernt. Näheres drang nicht an die Öffentlichkeit.

Zwar bezeichnet sich Chavez als geheilt, doch Beobachter haben ihre Zweifel daran. Der Präsident hatte zuletzt sein Arbeitspensum stark reduziert.