Eilmeldung

Eilmeldung

Benedikts Kammerdiener fühlt sich nicht als Dieb

Sie lesen gerade:

Benedikts Kammerdiener fühlt sich nicht als Dieb

Schriftgrösse Aa Aa

Im Prozess um die “Vatileaks”-Enthüllungen ist der Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das vatikanische Gericht sprach ihn des Diebstahls schuldig.

Die Strafe für solche Taten betrage drei Jahre, sagte Präsident Giuseppe Dalla Torre. Das Gericht gestand ihm aber mildernde Umstände zu und halbierte die Strafe. Gabriele sei nicht vorbestraft und habe aus subjektiver Überzeugung gehandelt, auch wenn diese verfehlt gewesen sei, sagte Dalla Torre. Auch sei ihm bewusst geworden, das Vertrauen des Heiligen Vaters missbraucht zu haben.

Gabriele hatte in dem Prozess gestanden, vertrauliche Dokumente aus den päpstlichen Gemächern kopiert und weitergegeben zu haben. Er habe keine Mittäter gehabt und kein Geld bekommen. Er habe aus tiefer Liebe zur Kirche und zum Papst gehandelt. “Ich fühle mich nicht als Dieb”, sagte der 46-Jährige.

Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte nach der Urteilsverkündung, eine Begnadigung durch Papst Benedikt XVI. sei eine “sehr konkrete und sehr wahrscheinliche Möglichkeit”.