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Eklat bei Präsidenten-Rede in Lissabon

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Eklat bei Präsidenten-Rede in Lissabon

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Zwei spektakuläre Protestaktionen haben am Freitag in Lissabon die Ansprache des portugiesischen Staatspäsidenten Anibal Cavaco Silva gestört. Die Vorfälle ereigneten sich beim Festakt zum 102. Jahrestag der Gründung der portugiesischen Republik.
Für ein ziemliches Chaos sorgte zunächst die 57-jährige Luisa Trindade. Sie unterbrach die Präsidenten-Rede gleich zwei Mal mit ihren Schreien. Bis zum Staatsoberhaupt wollte sie vordringen, wurde dann aber von den Sicherheitskräften aufgehalten. Sie sei verzweifelt, habe keine Arbeit und kein Geld für Medikamente, schrie die Frau.

Auch die Opern-Sängerin Ana Maria Pinto, die bis vor kurzem noch in Berlin lebte, sorgte für einen Eklat, als sie mit ihrer Sopranstimme im Festsaal ein Protestlied anstimmte.

In Portugal nimmt der Widerstand gegen die Sparpolitik der Mitte-Rechts-Regierung extrem zu. Seit Mitte September gab es drei Massenproteste, bei denen bis zu eine Million Menschen auf die Straßen gingen.
Vorläufiger Höhepunkt waren nun die zwei Aktionen der beiden Frauen am Tag der Republik. Anders als in Spanien oder Griechenland verliefen die Proteste in Portugal bisher jedoch friedlich.