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Im Vatileaks-Prozess wird das Urteil erwartet

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Im Vatileaks-Prozess wird das Urteil erwartet

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Im Prozess um die “Vatileaks”-Enthüllungen will das vatikanische Gericht heute das Urteil sprechen. Der ehemalige Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, hatte gestanden, vertrauliche Dokumente aus den päpstlichen Gemächern kopiert und weitergegeben zu haben.
Gabriele sagte, er habe keine Mittäter gehabt und kein Geld bekommen. Den Anklagevorwurf des schweren Diebstahls wies er zurück. Er fühle sich jedoch schuldig, das Vertrauen des Papstes missbraucht zu haben.
Der Bedeutung des Gerichtsverfahrens ist man sich im Vatikan sehr bewusst, wie Pressesprecher Gregory Burke mitteilte:

“Die Wichtigkeit dieses Prozesses besteht darin, dass der Vatikan zeigt, wie ernst er diesen Vertrauensbruch nimmt, es ist sozusagen ein Vergehen, welches ernst genommen werden muss. Paolo Gabriele wird wohl vergeben werden, es ist aber trotzdem ein klares Zeichen für alle Mitarbeiter des Vatikans, wie man sich zu verhalten hat.”

Vor dem Urteil werden noch die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ihre Plädoyers halten. Zudem wird Gabriele die Gelegenheit zu einem Schlusswort bekommen. Ob der Prozess wirkliche Auswirkungen haben wird, da gibt es sogar im Klerus Zweifel, wie Bischof Alberto Sanguinetti Montero aus Uruguay mitteilte: “Der Vatikan ist Teil des normalen Lebens. Es ist eine Organisation in der dieser Mann seine Pflichten verletzt hat, da gibt es keine Zweifel. Das seltsame ist, dass das Vergehen erst so spät entdeckt worden ist. Das hat wohl damit zu tun, dass dies in einer absolut vertrauensvollen Umgebung stattfand und es deshalb keine Kontrollen gab. Insgesamt wird sich aber wohl nichts ändern.”
Sollte das Gericht in Rom der Anklage folgen und einen schweren Diebstahls feststellen, drohen dem 46-Jährigen bis zu vier Jahre Haft.

Es wird aber erwartet, dass Papst Benedikt den Vater dreier Kinder im Falle eines Schuldspruchs begnadigt.
In der “Vatileaks”-Affäre waren monatelang geheime Dokumente an die Öffentlichkeit gelangt; eine Vielzahl veröffentlichte der Autor Gianluigi Nuzzi in seinem Buch “Sua Santità” (Seine Heiligkeit).

Immer wieder wurde spekuliert, Gabriele habe nicht alleine gehandelt.