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Vera Politkowskaja zum Vermächtnis ihrer Mutter Anna

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Vera Politkowskaja zum Vermächtnis ihrer Mutter Anna

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Anna Politkowskaja. Russische Journalistin. Ermordet am 7. Oktober 2006. Ihr Todestag ist übrigens der Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Noch immer ist nicht restlos aufgeklärt, warum die mutige Enthüllungsjournalistin sterben musste.

Zu ihrem 6. Todestag hatten Menschenrechtsaktivisten Annas Tochter Vera nach Paris eingeladen. “Amnesty international” hatte die Gespräche über Pressefreiheit im heutigen Russland organisiert. Journalistin wie die Mutter, fühlt sie sich deren Vermächtnis verpflichtet, zu reden über Probleme, die offiziell totgeschwiegen werden.

“Ich glaube nicht, dass die Ermittlungen besonders engagiert betrieben wurden, die Ermittler taten eben, was sie tun konnten”, sagt sie dem Pariser euronews-Korrespondenten auf die Frage nach dem Mordprozeß. Vera Politkowskaja merkt auch an, der Fall ihrer Mutter komme eigentlich nur noch in den Medien der Opposition vor. Für die Staatsmedien sei die Sache längst erledigt. Höchstens wenn Ermittlungen mal wieder einen Anlaß böten, würde noch über sie gesprochen. Sonst nicht.

An jenem 7. Oktober 2006 kam Anna Politkowskaja von ihrer Arbeit in der Redaktion des unabhängigen Blattes Новая Газета – “Nowaja Gasjeta” – nach Hause, wo die Mörder schon auf sie warteten. Sie wurde im Treppenhaus niedergeschossen. Bei den folgenden Ermittlungen wurden 5 Personen festgenommen, darunter ein ehemaliger Polizist. Später wurden drei Männer angeklagt – und freigesprochen.

Vera Politkowskaja sagt: “Meine Mutter hat ihre journalistische Arbeit mit dem Leben bezahlt. Sie hatte nur das eine Ziel, den Lesern die Wahrheit zu vermitteln. Dafür braucht man im heutigen Russland nicht nur Wisen und fachliches Können sondern vor allem viel Mut. Den Mut, immer wieder die Wahrheit zu sagen.”

Anna Politkowskaja hatte sich vor allem mit ihren hartnäckigen Recherchen zum Tschetschenienkrieg beim Kreml unbeliebt gemacht.