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Vierte Amtszeit für Präsident Hugo Chavez

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Vierte Amtszeit für Präsident Hugo Chavez

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In den Wahlkampf gezogen war ein angeschlagener Präsident. Hugo Chavez verabschiedete sich im Februar von seinen Anhängern, um sich in Kuba einer weiteren Krebsbehandlung zu unterziehen. Chavez, der sich als Erbe des in ganz Lateinamerika als Befreier von spanischer Kolonialherrschaft verehrten Simon Bolivar versteht, fasste vor der Abreise sein Credo in die Worte:

“Chavez ist nicht am Ende. Selbst wenn dieser Körper seinen Kampf aufgeben sollte, wird Chavez weiterleben, weil Chavez längst mehr ist als ich.
Chavez lebt in den Straßen, Chavez ist zu einem Teil des Volkes geworden, zu einem wesentlichen Teil der Nation.”

Bescheidenheit ist seine Sache nicht, war es nie, sonst hätte der Oberstleutnant wohl kaum 1992 den Putsch gewagt. Ein durchaus gängiges Mittel für Machtwechsel in Lateinamerika. Aber Hugo Chavez gestand sein Scheitern ein, um ein Blutbad zu vermeiden – und versprach, wiederzukommen.
Jetzt gelte es, nachzudenken, neu zu planen, wie das Land zu einem besseren Schicksal zu führen sei. Sieben Jahre später gelangte Chavez durch demokratische Wahlen an die Macht.

2002 sah sich dann der vom Putschisten zum Präsidenten gewandelte Chavez selbst von Putschisten bedroht. Wie es ihm gelang, mit Hilfe loyaler Militärs innerhalb von 48 Stunden den Staatsstreich abzuwenden, das begründete seinen Mythos. Dank des Erdölreichtums, der soziale Wohltaten ermöglicht, schien für Chavez nun alles möglich. Und doch verschätzte er sich 2007 beim Versuch, die Verfassung so ändern zu lassen, dass ein Präsident beliebig oft wiedergewählt werden kann. Das entsprechende Referendum gewann er erst im zweiten Anlauf 2009.

Was Präsident Hugo Chevez erreicht hat, verdankt er dem Erdölreichtum. Darin liegt aber auch die Gefahr: Weil schnell sichtbare soziale Leistungen dadurch bezahlbar waren, ist die notwendige grundlegende Reform von Wirtschaft und Gesellschaft auf der Strecke geblieben. Kritiker vergleichen Venezuela mit Brasilien, wo eben dieser Prozeß anders gehandhabt wird.

Venezuela hat bei all seinem Reichtum eine Inflationsrate von mehr als 26 %. Den sozialen Projekten steht eine allgegenwärtige Korruption gegenüber, das Land ist eines der unsichersten für Leib und Leben mit seiner enormen Kriminalität.

Die Ursachen dafür zu bekämpfen, das wäre eine echte Herausforderung für die vierte Amtszeit des Präsidenten Hugo Chavez.