Skip to main content

Intelligente Sohle sorgt für glückliche Füße
close share panel

Artikel teilen

Twitter Facebook
| Teilen Sie diesen Artikel
|

Wir sollten uns bei unseren Füßen bedanken, denn sie ertragen uns, sprichwörtlich, Tag für Tag, ein Leben lang. Die Belastung ist enorm. Kein Wunder, dass es auf Dauer zu Abnutzungserscheinungen kommt. euronews-Reporter Claudio Rocco hat nachgerechnet: “In der westlichen Welt legt ein Mensch im Laufe seines 80-jährigen Lebens durchschnittlich 174 Tausend Kilometer zu Fuß zurück. Das ist entspricht dem halben Weg von der Erde zum Mond.”
Umso wichtiger ist das Schuhwerk, mit dem man all diese Kilometer zurücklegt. Um verbesserte Funktionalität und Komfort bemüht sich das Forschungslabor des Schuhherstellers Geox in Montebelluna bei Venedig, in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Venedig und Padua und dem slowenischen Jozef Stefan Institut in Ljubljana.
Schon seit einiger Zeit arbeitet das Team an einer speziellen, mikroporösen Schutzmembran im Inneren des Schuhs. Ausgangspunkt der Forschung ist die Anatomie, vor allem der Wärmeaustausch, der zwischen dem Fuß und der Außenwelt stattfindet. Wenn sich die Muskeln zusammenziehen, entsteht Hitze, die abgeleitet werden muss, Igor Mekjavic vom slowenischen Jozef Stefan Institut erläutert: “Im Gegensatz zu anderen Körperteilen, verfügt der Fuß über keine Wärme erzeugenden Organe, die sitzen andernorts im Körper. Der Fuß ist wie ein Heizkörper. Ebenso wie die Hand, muss er mit Wärme versorgt werden. Und diese Wärme dann in die Umwelt ableiten, durch Schweißproduktion und Verdunstung und durch die Wärmeabgabe der Haut.”
Die Membran im Inneren des Schuhs hat eine doppelte Funktion, sie muss den Abbau der durch den Schweiß verursachten Wasserdampfmoleküle vereinfachen und gleichzeitig den Fuß trocken halten, ihn vor Nässe schützen, zum Beispiel Regen.
“Die Membran besteht aus einem mikroporösen Material, das ausgesprochen durchlässig ist und atmungsaktiv”, erklärt die italienische Forscherin Marta Toffoletto. “Ausschlaggebend ist die Porengröße. Die zwölffache Vergrößerung durchs Mikroskop macht deutlich, das jede einzelne Pore 20 Tausend Mal kleiner ist, als ein Wassermolekül, zum Beispiel Regenwasser. Selbst wenn die Membran über einer durchlöcherten Sohle sitzt, wie in diesem Fall, kann kein Wasser durch die Poren ins Schuhinnere eindringen. Gleichzeitig gelangt die durch den Schweiß verursachte Feuchtigkeit durch die Sohle nach außen.”
Um die Leistung noch zu verbessern, muss sich die Membran einer Reihe von Tests unterziehen. Bei der Schweißprobe wird die Feuchtigkeit gemessen, die durch die Sohle dringt und sich in Form von Wasserdampf auf einer Glasscheibe niederschlägt. Der Blasentest überprüft, ob Luft aus der unteren Kammer durch die Membran dringen kann. Bleibt das Gefäß vollkommen trocken, ist die Membran wasserdicht.
Was dürfen wir von unseren Schuhen in der Zukunft erwarten? Igor Mekjavic setzt auf den intelligenten Schuh. “Indem wir Textilien und Schuhwerk mit Sensoren ausstatteten, können wir dem Benutzer wichtige Informationen über den Zustand seines Körpers und seiner Füße liefern. Wenn es zum Beispiel Kindern oder alten Menschen schwerfällt, mitzuteilen, ob ihnen kalt oder heiß ist, können wir diese Information auf dem Smartphone oder iPad abrufen. Wir können ihr Wohlsein auf Distanz überwachen und dafür sorgen, dass die Füße genau die richtige Temperatur haben.”
Vom ferngesteuerten Idealschuh sind wir wohl noch einige Lichtjahre entfernt. Bis dahin heißt es: Füße schonen und auf bequemes Schuhwerk achten!

Copyright © 2014 euronews

Mehr dazu:
| Teilen Sie diesen Artikel
|

Login
Bitte tragen Sie Ihre Logindaten ein