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Krisen-Geldgeber wollen schnellere Fortschritte

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Krisen-Geldgeber wollen schnellere Fortschritte

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Die Geldgeber sind ungeduldig mit Griechenland: Ja, es gebe Fortschritte, hieß es auf der Sitzung der Eurofinanzminister und des Weltwährungsfonds in Luxemburg – aber es müsse noch mehr getan werden. “Handeln heißt handeln – nicht reden”,
sagte zum Beispiel Christine Lagarde, die Chefin des Weltwährungsfonds IWF.

Jean-Claude Juncker, der Chef der Eurofinanzminister, will griechische Fortschritte in gut einer Woche sehen – dann, am 18. und 19. Oktober, steht nämlich das nächste EU-Gipfeltreffen an.

Die internationalen Kreditgeber – unter ihnen der IWF – haben noch nicht das neue griechische Sparprogramm von 14,5 Milliarden Euro gebilligt. Das ist aber Voraussetzung für die Freigabe der nächsten Hilfszahlung. Ohne dieses Geld wäre Griechenland bald pleite.

Zufrieden sind die Euroländer dagegen mit Portugal, das somit eine weitere Hilfszahlung bekommen kann. Das Land erhält außerdem ein Jahr mehr Zeit bis 2014, um sein Defizit auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Portugal könne durchaus nächstes Jahr wieder an die Geldmärkte zurückkehren, sagt Juncker. Von den bisherigen Sparmaßnahmen sei er tief beeindruckt.

Bleibt noch das Problem Spanien und die ewige Frage, ob dieses weitaus größere Land ebenfalls Hilfen brauchen wird. Spaniens marode Banken jedenfalls sollen vom neuen Eurorettungsfonds ESM im November erste Milliardenhilfen erhalten. Ob Spanien Hilfen auch für das ganze Land beantragen wird, ist weiter offen. Im Moment ist die Schuldenaufnahme teuer, aber doch bezahlbar. Auf jeden Fall will die Regierung wohl noch eine wichtige Regionalwahl diesen Monat abwarten.

Die Euroländer wollen auch schnellere Fortschritte in Zypern sehen. Dort stecken vor allem die Banken in der Krise. Zypern müsse schnell ein Hilfsprogramm auf den Weg bringen, verlangte Juncker. Die Bewertungsagentur Moody’s hat Zyperns Zahlungsfähigkeit jetzt noch einmal stark herabgestuft – der Ausblick: negativ.