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IWF beklagt Kapitalflucht aus Südeuropa

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IWF beklagt Kapitalflucht aus Südeuropa

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Der Internationale Währungsfonds sieht für Europas Bankensektor schwarz. Vor allem die anhaltende Kapitalflucht aus den Euro-Krisenstaaten beunruhigt die Experten. In einer Analyse des IWF heißt es, das geringe Tempo bei der Stabilisierung des Bankensektors und den nötigen Reformen begünstige diese Kapitalflucht – und das könne in eine gefährliche Abwärtsspirale münden.

Nach den Berechnungen des IWF wird das Kapital der Banken in der Eurozone um 2.200 Milliarden Euro zurückgehen. Im schlimmstmöglichen Szenario beträgt dieser Verlust sogar 3.500 Milliarden Euro. Allein aus Spanien zogen Privatanleger in einem Jahr fast 300 Milliarden Euro ab. Der IWF fordert nun von der Politik entschlossene Schritte. “Wachsamkeit ist jetzt notwendig”, sagte der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung, José Viñals, und Maßnahmen sind notwendig, um keine finanzpolitischen Schwachstellen zu schaffen, die später zu noch größeren Problemen führen würden.”

Die Kapitalflucht könnte laut dem IWF das gesamte Weltwährungssystem an den Rand des Zusammenbruchs führen. Die Empfehlung der Experten: Europas Politiker sollten ihre Fiskalpolitik schneller vergemeinschaften, die Bankenunion mit einer Einlagensicherung unterlegen und Spaniens Banken mit Transfers aus dem Euro-Rettungsschirm ESM rekapitalisieren.