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Erdogan verurteilt "militärischen" Transport durch türkischen Luftraum

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Erdogan verurteilt "militärischen" Transport durch türkischen Luftraum

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300 Kilogramm an militärischem Gerät sollen an Bord des in der Türkei abgefangenen syrischen Airbusses gewesen sein. Alles aus russischer Produktion. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat nun den Transport von – so wörtlich – “militärischen Gütern” durch türkischen Luftraum verurteilt.

Auf einer Pressekonferenz in Ankara sagte er: “Der Absender ist eine russische Kammer für Industrie und Chemie, die auch militärische Munition und Waffen herstellt. Die von uns beschlagnahmte Fracht besteht aus solchen Produkten, die sie exportieren. Der Empfänger ist alles in allem das syrische Verteidigungsministerium.”

Der russische Botschafter wurde ins Außenministerium in Ankara einbestellt. Aber auch Moskau zeigte sich verärgert und forderte von der Türkei, den Zwischenfall zu erklären. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte eine für kommenden Montag angesetzte Türkei-Reise ab. Offiziell kamen andere Termine dazwischen.

Der Politik-Analyst Soli Ozel von der Kadir Has Universität in Istanbul sagte euronews: “Ich habe den Eindruck, dass wir dabei sind, auch unsere Beziehungen zu Russland ohne guten Grund zu beschädigen. Ich glaube, die Türkei ist klug genug, nicht in den Krieg zu ziehen. Wenn man die Dinge aber derart auf die Spitze treibt, besteht die Gefahr auszurutschen. Und dann könnten wir in eine Situation geraten, die niemand vorhersehen kann.”