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Literatur-Nobelpreis für Mo Yan - gemischtes Echo

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Literatur-Nobelpreis für Mo Yan - gemischtes Echo

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Der chinesische Schriftsteller Mo Yan erhält den diesjährigen Nobelpreis für Literatur. Dem deutschsprachigen Publikum ist er vor allem durch seinen Roman “Das rote Kornfeld” bekannt, dessen Verfilmung 1988 den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann. Die Jury lobte Mo Yans “halluzinatorischen Realismus”, so wörtlich, mit dem er Märchen, Geschichte und Gegenwart vereine.

Erstmals geht der Literaturnobelpreis direkt nach China. Mo Yans einst ebenfalls ausgezeichneter Landsmann Gao Xingjian lebt im Exil.

Die Fans in China sind begeistert: “Ich denke, die Wahl fiel vor allem deshalb auf ihn, weil sein Werk ein sehr breites Themenspektrum abdeckt. Wir können viele seiner und unserer Gedanken und innersten Gefühle zu unserer Geschichte über seine Bücher durchleben.”

Mo Yan wird oft als staatstreu angesehen, selbst wenn er die kommunistische Zensur umgehen kann.

Der Blogger und Journalist Wen Yunchao meint: “Mo yan bedeutet auch ‘den Mund halten’. Das ist ein echtes Sinnbild für die Lage in China. Mit dem Preis für Mo Yan erhalten die Menschen hier die Botschaft, dass man Komplize einer autoritären Regierung sein kann, doch solange man genügend Beiträge zur Literatur leistet, hat man auch eine Chance auf den prestigeträchtigsten internationalen Preis. Moralisch und politisch hat das verheerende Folgen.”

Von chinesischen Intellektuellen und Regimegegnern kamen gemischte Reaktionen. Der Autor und Bürgerrechtler Yu Jie kritisierte, niemand, der Mao Zedong lobe, solle den Nobelpreis bekommen.