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Freude und Kritik nach Nobelpreisverleihung an EU

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Freude und Kritik nach Nobelpreisverleihung an EU

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Bei der EU zeigt man sich – nachvollziehbarerweise – erfreut über die Verleihung des Friedensnobelpreises. Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sprach von einer großen Ehre für die 500 Millionen Bürger der Union. Der Preis mache den Wert der EU deutlich, die es nun zum Wohle der Europäer zu pflegen gelte.

Und weiter: “Wir sind stolz, dass die Europäische Union weltweit am meisten Entwicklungshilfe und humanitäre Unterstützung bereitstellt und gleichzeitig an der Spitze steht, was die globalen Anstrengungen angeht, unseren Planeten zu schützen, indem wir gegen den Klimawandel kämpfen und uns für weltweite öffentliche Güter einsetzen. Der Nobelpreis zeigt, dass die Europäische Union auch in diesen schwierigen Zeiten die Inspiration für Länder und Menschen in der ganzen Welt bleibt und dass die internationale Gemeinschaft eine starke Europäische Union braucht.”

Der Präsident des Europäischen Rats, Herman van Rompuy, sprach von einer “unglaublichen Ehre”. Am Rande seines Besuchs in Finnland sagte er an der Seite des dortigen Regierungschefs Jyrki Katainen:

“Das ist die Anerkennung für das Werk unserer Vorfahren und für alle Bürger in den vergangenen sechs Jahrzehnten. Es ist unsere Pflicht, für alle europäischen Staats- und Regierungschefs, dieses Werk fortzusetzen, damit auch künftige Generationen in vollem Umfang von der Europäischen Union profitieren können.”

Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, zeigte sich “berührt und geehrt” von der Entscheidung des Nobelpreiskomitees im Nicht-EU-Land Nordwegen. Das europäische Projekt habe Krieg durch Frieden und Hass durch Solidarität ersetzt, so Schulz.

Und weiter: “Ich glaube, es ist ein Appell an uns alle: Macht weiter so, schafft Europa und schafft es nicht ab. Ich glaube schon, dass das Nobelpreiskomitee zur Kenntnis genommen hat, dass es das Europäische Parlament ist, das für diesen Zusammenhalt Europas auf der Grundlage unseres Wertekatalogs steht, sicher hat das auch eine Rolle gespielt.”

Bei aller Freude gab es aber auch Kritik: Die russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa sagte, man hätte zum Beispiel einen politischen Häftling im Iran ehren sollen, und die ebenfalls russische Menschenrechtsaktivistin Swetlana Gannuschkina sagte, die Verleihung an eine staatliche Struktur wie die EU sei lächerlich.