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Gnadenfrist für Griechenland: Schäuble widerspricht Lagarde

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Gnadenfrist für Griechenland: Schäuble widerspricht Lagarde

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Bei der Jahrestagung des Internationalen
Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in der japanischen Hauptstadt Tokio hat der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die Forderung nach mehr Zeit für Griechenland bei der Haushaltsssanierung als verfrüht zurückgewiesen. Bis der fällige “Troika”-Bericht von der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht vorliege, “dürfen wir nicht darüber spekulieren”, sagte Schäuble.

Damit widersprach er der Direktorin des Internationalen Währungsfonds. Christine Lagarde hatte erklärt: “Es geht nicht so schnell. Angesichts des mangelnden Wachstums, des Marktdrucks und der bereits unternommenen Anstrengungen ist ein bisschen mehr Zeit notwendig.”

Das strittige Thema ist bei der gemeinsamen Jahrestagung des IWF und Weltbank in den Mittelpunkt gerückt, nachdem Lagarde am
Donnerstag zugunsten Athens zwei Jahre mehr zum Sparen ins Gespräch gebracht hatte – genau die Gnadenfrist, um die Ministerpräsident Antonis Samaras wochenlang in den wichtigsten Hauptstädten Europas gebeten hatte. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte
reserviert auf den Vorstoß reagiert.

Dutzende Menschen protestierten in Tokio gegen den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank. Sozialarbeiter Manabu Uwadaira (32) meinte: “Wir wollen nicht, dass sie ihre Konferenz hier in Tokio abhalten. Sie stiften nur Unfrieden. Sie tun so, als ob sie den Armen dieser Welt helfen wollten, dabei sind sie selbst das Problem. Sie machen die Armen immer ärmer.”