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Kinoperlen aus dem Mittelmeerraum

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Kinoperlen aus dem Mittelmeerraum

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Kurzen und knappen Kinogenüssen widmet sich das Mittelmeer-Kurzfilm-Festival im marokkanischen Tanger. Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Mittelmeerraum, bereits etablierte Regisseure und Neueinsteiger. Das bereits seit zehn Jahren existierende Festival in Tanger ist bekannt für seine besonders gute Stimmung, die Teilnehmer hätten viel gemeinsam, betont Filmproduzentin Fatima Nouali Azar. “Der kulturelle Austausch, der hier in Tanger stattfindet, gibt dem Festival eine ausgesprochen angenehme, intime Atmosphäre. Das Filmtreffen bringt den Mittelmeerraum zusammen und zeigt uns Dinge, die uns zwangläufig bekannt vorkommen, die uns an unserer eigenen Traditionen erinnern. Von allem ist etwas dabei.”
52 Kurzfilme aus 21 Ländern liefen diesmal im offiziellen Wettbewerb. Die Themenpallette reichte von humorvoll bis sozialkritisch.
Foued Mansour erzählt in seinem Streifen “La Derniere Caravane” von ausländischen Bauarbeitern, die gegen ausbeuterische Methoden aufbegehren. Der französisch-tunesische Regisseur glaubt an die politische Sprengkraft der Wirtschaftskrise. “Die arabische Revolution begann, weil die Menschen in Armut lebten Das ist der Ausgangspunkt. Wenn Menschen nichts zu essen haben, rebellieren sie. Dieser Film ist die nächste Etappe. Leider gibt es in Europa ähnliche Wirtschaftsprobleme wie in nordafrikanischen Ländern.”
Auch im spanischen Beitrag “La Boda” von Marina Seresesky geht es um die Sozialkrise in Europa. Der Film erzählt davon, wie sich illegalen Einwanderer in Spanien durchschlagen, mit einer guten Dosis Humor.
Ebenfalls in Tanger mit dabei: Terry Gilliams spaßiger Kurzfilm “The Wholly Family” über einen kleinen Jungen, der ohne Abendbrot zu Bett geschickt wird und die merkwürdigsten Träume hat.