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Mali - die ansteckende Gefahr?

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Mali - die ansteckende Gefahr?

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Im westafrikanischen Mali herrscht Chaos. Muss man befürchten, dass es sich ausbreiten könnte, wie eine ansteckende Krankheit auch andere Länder infizieren? Der Norden des Staates Mali in fest in der Hand von islamischen Fanatikern. Salafisten der Gruppe “Ansar Dine”, verbündet mit “Al Kaida des islamischen Maghreb”. Innerhalb von 6 Monaten sind rund 250.000 Menschen aus dieser Region geflohen. Sie leben jetzt mehr schlecht als recht in Flüchtlingslagern der Nachbarländer. Ein betroffener Familienvater beklagt die Krise, die mit einem Schlag über Mali hereingebrochen sei. “Der ganze Norden”, so sagt er, “wird heute von diesen gefährlichen Extremisten kontrolliert. Das könnte sich ausbreiten, auch auf Algerien, Burkina Faso, Senegal. Keines dieser Länder ist davor sicher.”

Es sind vor allem islamische “Gotteskrieger”, die aus Pakistan, Afghanistan und Algerien kamen, und jetzt diese Region Westafrikas mit ihren sehr durchlässigen Grenzen bedrohen. Die internationale Gemeinschaft sucht nach Lösungen. Sowohl die UN als auch die Gemeinschaft Westafrikanischer Staaten hat Beschlüsse zum Eingreifen gefasst.

Der in der Hauptstadt Dakar arbeitende Journalist Hassan Samba Diop spricht von der Gefahr, dass der Krieg über die Grenzen transportiert wird.
Er spricht von Pakistanern, Afghanen und Algeriern, die in Malis Krise mitmischen. Deshalb sei es im Interesse der internationalen Gemeinschaft, die Probleme im Norden Malis zu lösen. Wörtlich:

“Die Islamisten haben dort die Scharia eingeführt. Das kann Konsequenzen haben für den gesamten afrikanischen Kontinent, sogar für die ganze Welt.”

Konsequenzen hat es bereits für das Weltkulturerbe. Unwiederbringliche Schätze haben die Fanatiker in der alten Kulturstadt Timbuktu zerstört. Professor Khadim Mbacke von der Universität in Dakar bekennt sich selber zum Salafismus. Das erklärt er so: “Das Problem der afrikanischen Länder besteht darin, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung einfach nicht zur Kenntnis genommen werden. Und wenn diese Bevölkerung muslimisch ist, kann alles mit der Scharia geregelt werden .”

Der euronews-Reporter beschreibt eine “befremdliche” Atmosphäre in Dakar.

Auch wenn die Behörden zu beschwichtigen versuchen, spüre man doch eine Angst, die sich nicht genau benennen lasse.

Francois Chignac. Dakar. Euronews.